Gemeindereferentinnen Bundesverband

Geh und verkünde -
Eine Internetpredigtinitiative für Frauen im pastoralen Dienst

von Birgit Droesser

Geh und verkünde, das sind Worte des auferstandenen Jesus Christus an Maria von Magdala. Sie soll zu ihren Brüdern, gemeint sind Schwestern und Brüder, gehen und ihnen sagen, was sie am Grab Jesu erfahren hat: Jesus lebt! Obwohl Frauen im streng patriarchalen System der Antike überhaupt nicht berechtigt waren, ein Zeugnis öffentlich abzulegen, berichten die vier Evangelien übereinstimmend von Maria von Magdala und anderen Frauen als den ersten Zeuginnen der Auferstehung. 

Auf diesen Befund und die absolut revolutionäre Haltung Jesu den Frauen gegenüber, gründet sich eine private Initiative, die Frauen in der Verkündigung der Frohen Botschaft zu Wort kommen lassen will, nicht nur zu besonderen Themen und Gelegenheiten, sondern Sonntag für Sonntag zu den Schriftstellen der Liturgie.

Offiziell wurde zuletzt 2004 von Rom das Predigtverbot von Laien in der Eucharistiefeier wiederholt. Nur in Ausnahmefällen ist eine Homilie von Laien in der Eucharistiefeier erlaubt. In der Diözese Rottenburg Stuttgart gilt ein Beschluss des Diözesanrats vom März 1999 „ Der außerordentliche Predigtdienst von Laien in der Eucharistiefeier". Im Kern heißt es darin, eine außerordentliche Situation, in der qualifizierte Laien zur Predigt zugelassen werden können sei gegeben, wenn es nach dem Prinzip, dass Unmögliches nicht verlangt werden kann, dem Gemeindeleiter oder anderen Priestern und Diakonen nicht möglich ist, eine Predigt zu halten. In der Praxis liegt es also im Ermessen des Pfarrers, wie er die Bestimmungen auslegt, und inwieweit das Pastoralteam, und damit auch die Frauen, zur Predigt in der Eucharistiefeier zugelassen werden.

Im Ergebnis müssen wir einfach feststellen, dass die Auslegung der biblischen Texte durch Frauen in der Katholischen Kirche viel zu selten möglich ist. Da wir andere Erfahrungen machen als Männer, anders fühlen und denken, fehlt in der Auslegung der Bibel nicht weniger als die Hälfte. Die Internetinitiave möchte dem entgegenwirken und mit der Möglichkeit, sich im Kommentar zu beteiligen, den Predigtmonolog aufbrechen. Sie verbindet Gemeindereferentinnen und Pastoralreferentinnen miteinander und mit den Frauen, die einen Ausbildungskurs zum Diakonat der Frau absolviert haben.
Schauen Sie doch mal rein unter: www.kath-frauenpredigten.de . Bisher ist der Kreis der Autorinnen überschaubar. Es wäre wunderbar, wenn sich noch mehr Frauen im pastoralen Dienst beteiligen, und damit das Anliegen unterstützen würden.