Gemeindereferentinnen Bundesverband

von Text aus: Der Pilger- Magazin für die Reise durch das Leben

Beeindruckende Natur und spirituelle Offenheit

Nach einem Wikingerkönig ist er benannt. Und er gilt als Geheimtipp
für atemberaubende Landschaften: der Olavsweg von Oslo nach
Trondheim. Ein ausgewiesener Kenner ist Pilgerpastor Bernd Lohse
.

Was hatte ich da gehört? Im lutherischen Norwegen pilgern? Ist Pilgern denn nicht katholisch und geht nur nach Santiago, Rom oder Lourdes? Was ich 1999 von einigen evangelischen Norwegern im französischen Kloster Taize gehört hatte, ließ mich nicht mehr los. Sie hatten vom .Pilegrimsleden" erzählt, den 1997 der norwegische Kronprinz Häkon Magnus eingeweiht haben soll. Seither hat mich dieser Weg gerufen und gefunden.

Ich bin bald nach Norwegen gefahren, um diesen Weg zu recherchieren. Und seitdem bin ich immer wieder auf dem Olavsweg von Oslo nach Trondheim gegangen, meistens mit Gruppen. Die, die ich nach Trondheim führen durfte, waren vom Pilgern in Norwegen so begeistert wie ich. Vor fast 1000 Jahren war Nidaros (heute Trondheim) eines der bedeutendsten Pilgerziele der Christenheit. Gerade für die Men-
schen im Norden Europas waren die Wege zum Grab des heiligen Olav attraktiv: erreichbar mit dem Schiff oder zu Fuß und deutlich näher als Santiago de Compostela oder Rom. Ab Mitte des elften Jahrhunderts bis zur Blütezeit der Reformation kamen die Pilger aus Schottland, Irland, Island, Schweden, Dänemark, dem Baltikum und aus dem Erzbistum Bremen/Harnburg. .

Aber wer war er eigentlich, der heilige Olav? Aufgewachsen in der Wikingertradition, ließ sich der Häuptling als Erwachsener taufen. Seine große Vision: Norwegen zu einem durch das Christentum geeinten Land zu machen, gegen alle Widerstände, mit Gewalt. Er bezahlte seinen Traum mit dem Leben: Am 29. Juli 1030 wurde er in der Schlacht bei Stiklestad getötet und auf dem Schlachtfeld begraben. Kurze Zeit später beschlossen Freunde, seinen Leichnam umzubetten und in seine Heimat Nidaros zu bringen. Zu ihrem großen Erstaunen trug der Leichnam keine Spuren der Verwesung. Er
sah, im Gegenteil, frisch und lebendig aus. Und plötzlich geschahen Wunder! Zum Beispiel entsprang neben seinem Grab in Nidaras eine Quelle, der später heilende Wirkung nachgesagt wurde. Ob der heilige Olav heute noch unter der zu seinen Ehren errichteten Kathedrale ruht - niemand weiß es.

Im Zuge der Reformation wollte man die Olavstradition in Norwegen zerschlagen, heißt aber auch: Der Sarg mit der Leiche Olavs sei gut unter dem Kirchenboden versteckt worden ...

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